Da sprach zu ihm die schöne Jungftau, und Thränen rollten
ihr übers Gesicht:
Zch bin nur ihre Dienerin, und bin Ellen Oves Tochter nicht.
Geliehen hab ich die Strümpfe, und geliehen hab ich die Schuh,
Und geliehen hab ich den goldnen Schleier, und dafür sagt' ich
meine Treue zu.
Sie zog einen Goldring von ihrer Hand, gab ihn dem Priester dann:
Ich bitt Euch bei dem höchsten Gott, lest eine Predigt lang.
Da sie vor dem Altar stand, 'nen güldnen Schleier hät sie auf
dem Haupt,
> Da sie kam vor die Kirchthüre, hät sie 'ne Kappe grau.
Da sie kam zu dem Kirchhof, sein Roß das löste sie dort,
j Sv ritt sie nach dem Sallingsund, aufs best', so sie konnte, fort.
Das war Herr» Magnus, der ging aus der Kirche spat;
Fort war Ellen Oves Tochter: was gilt nun für ein Rath?
„Zu lange hört ich die Meße, »nd die Predigt zu lange nachher:
Fort ist Elen Oves Tochter, sie hat los gebunden mein Pferd. “
! Da sie kam ;u dem Sallingsund, rief sie den Fährmann zur Stund:
Hier ist Pfenig und milde Gabe, fahr alsbald mich über Len Sund.
Da sie kam initten in den Sund, da löste sie auf ihr Haar:
! Hört Ihr das, Herr Magnus, ich bleibe Jungfrau dies Jahr.
! Da sie kam über den Sallingsund, schwenkte sie ihr Hütlein
mit Macht:
Jahr nun wohl, Herr Magnus, ich bleib eine Jungftau heut
Nacht.
Auch wir sind Jungfrauen-Männer!