Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

sches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

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«Hör  du  das,  lieber  Axelvold:  wie  koiirmts,  daß  du  so  sprichst?
Lebt  deine  Mutter  oder  ist  sie  todt,  auf  Treu,  ich  weiß  eS  nicht."
Das  war  der  junge  Axelvold,  der  zog  sein  Meßer  gleich:
Ihr  sollt  mir  meine  Mutter  zeigen,  oder  «S  kostet  Euern  Leib.
„So  geh  du  in  den  hohen  Saal  und  füge  viel  gut  deine  Wort:
Die  aber  nenn  die  liebe  Mutter  dein,  die  trägt  dir  hohe  Goldkrön'
  dort."
Das  war  der  junge  Axelvold,  der  wickelte  sich  in  sein  Kleid,
So  ging  er  in  die  Franenstube  vor  Frauen  und  Iungftauen  rin.
Hier  sitzet  Ihr  Frauen  und  ihr  Mägdlein  auch,  Ihr  Jungfrauen
und  zierliche  Weib,
Darzu  auch  meine  allerliebste  Mutter,  mag  sie  hier  innen  seyn.
Alle  da  saßen  die  stolzen  Iungftauen  und  keine  durft  reden  ein  Wort,
Nur  nicht  die  stolze  Frau  Eline,  die  setzt  ihre  Krön'  auf  den
Tisch  sofort.
Hier  sitzt  Ihr,  meine  rechte  Mutter,  arbeitet  mit  weißer  Hand:
Wo  ist  der  Sohn  den  ihr  heimlich  geboren?  die  hohe  Goldkron'
Ihr  ja  tragt.
Lange  da  stand  die  stolze  Eline,  sie  redete  nicht  ein  Wort:
Dieselbigen  Wangen  wurden  wie  Erde  schwarz,  die  waren  vorher ­
  so  roth.
Sie  nahm  das  Goldband  von  der  Brust,  mancher  Ding'  sie
sich  versann:
«Nun  helf  Gott  mir  und  unsre  Fraue,  nimmer  heimlich  eine»
Sohn  ich  gewann."
Hört  Ihr  das,  liebe  Mutter  mein,  dauchtsEuch  nicht  große  Schand,
Daß  Zhr  so  lang  verborgen,  wie  Ihr  die  Mutter  von  solch
einem  Mann?
Hört  Zhr  das,  allerliebste  Mutter,  was  ich  zu  Euch  will  sagen:
Wißt  Ihr  nicht-  von  dem  Vater  mein  ?  dar  sollt  Ihr  mir  verrathe».
	        
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