Das ist der junge Svegder und liebste Sohne dein:
Der will so gerne guten Rath von der liebsten Mutter sein.
Ich hab eine Stiefmutter bekommen, die ist mir also hart.
Die hat mir Runen geworfen um eine, die ich nie sah.
„Ich will dir geben ein Roß so gut, das soll dich tragen dahin,
Das laufen kann auf dem Meer so leicht, wie ans der Wiese grün."
Ich will dir geben ein Tischtuch, das ist von Binsen gemacht:
Die Speise, die du wünschest nur, steht auf dem Tisch alsbald."
„Ich will dir geben Trinkhörner, die sind belegt mit Gold:
Nvn all' dem Trank, den du wünschest dir, stehn sie vor dir gleich voll."
„Ich will dir geben ein Schwert darnach, gehärtet in Drachenblut:
Wenn du es trägst durch den Wald dahin, leucht't es wie eine Glut."
„Ich will dir geben ein^ Schiffelein, das soll dir werden gut:
Das lauft so über die grüne Erd, wie über die wilde Fluht."
Die seidenenSegel wanden sie an dem vergüldeten Mast in dieHöh,
Gesegelten zu selbigem Land, wo war dir Zungsrau schön.
Sv warfen sie ihre Anker wohl in den weißen Sand;
Das war der junge Svegder, der trat zuerst ans Land.
Das war der junge Svegder, der steuerte sein Schifflein ansLand:
Der erste, der ihm begegnet, das war ein alter Mann,
Das war der alte Mann, er ließ fragen zuerst:
„Wie heißet dieser junge Gesell, so muthig ist sein Herz?«
Der junge Gesell heißt Svegder, sein Ruf ist weit ausgegangen:
Nach einer die er niemals gesehn, trägt er so groß Verlangen.
„Es liegt in großem Verlangen eine Jungfrau im Lande hie.
Nach einem Gesell, heißt Svegder, den sie gesehn noch nie."
Verlangt sie nach einem jungen Gesell, den sie noch nimmer sah,
Heißt er der junge Svegder, so ist er aber jetzt da.