Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

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©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

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„Hör  an,  Herr  Zver,  ein  Geselle  so  fein:
Was  macht  stolz  Elsbeth,  die  Schwester  dein?
Sie  sitzt  in  der  Kammer,  schlagt  Gold  ins  Gewand,
Selten  ihr  sorgvoll  Herz  sich  freuen  kann.
Sie  sitzt  in  der  Kammer,  jchlägt  Gold  in  das  Rohr,
Jed'  ehrliche  mutterlose  Jungfrau  thut  so.
„Hör  an,  Herr  Jver,  ein  Geselle  so  fein:
Laß  holen  zum  Tanze  die  Schwester  dein."
Ich  wollt  es  thun  mit  Freuden,
Könnt  das  ihre  Ehre  leiden.
Es  ziemt  sich  keiner  Jungfrau  schön,
Mit  trunknen  Gesellen  zum  Tanz  zu  gehn.
Der  König  aufs  hohe  Roß  sich  schwingt,
Aufs  best  als  er  nur  kann  heimdringt.
Er  gewann  nicht  Ruh  zu  schlafen  in  der  Nacht,
Weil  der  Jungfrau  Lob  im  Wald  er  gedacht.
Der  König  sprach  zum  Buben  klein:
„Wie  sehen  wir  stolz  Elsbeth  insgeheim?"
Fünf  Nonnen  werden  morgen  eingeweiht,
Stolz  Elsebeth  sie  alle  geleit't.
Der  König  aufs  hohe  Roß  sich  schwingt,
Aufs  best  als  er  kann  zur  Kirche  dringt.
Stolz  Elsbeth  geht  unterm  Seiden-Schleier  schmal:
Der  König  hält  still,  und  schaut  sie  an.
Sie  zogen  sich  ab  die  Schleier  schmal,
Sie  nahmen  die  Mantel  allzumal.
Sie  zogen  ab  die  Goldborten  roth,
Sie  nahmen  schwarz  Linnengewrb  davor.
	        
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