sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79
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58-Ländlich,
sittlich.
Mein Herr hat gefreit eine Rosenblume:
Hilf Christ, daß sie wohl nach Schweden komme!
Das hilft so wenig zu klagen!
Da sprach ein Nittersmann so reich:
„Mein Herr, laßt holen die Zungftau zu Euch."
Sie winden die Segel um die vergüldete Stanz,
Sie segeln nach Dänmark zwei Monat lang.
Sie werfen die Anker in den weißen Sand:
Die schwedischen Frauen treten ans Land.
Und mitten in dem Burghof sodann
Kleiden sie mit Marder und Pelz sich an.
Und da achseln sie ihr Scharlachkleid,
So gehn sie vor dem dänischen König ein.'
„Heil Euch! über Eurer Tafel, o König, dort,
Dör schwedische König sendet Euch sein Wort."
„Er sendet Euch Wort und freundliche Red,
Eure Tochter zur Königin er begehrt."
Darauf der dänische König sprach:
Nicht genug daß er sie haben mag.
Denn eh er wird die Zungftau gewinnen,
Soll erst der Würfel übers Tafelbret rinnen.
Der erste Goldwürfcl über die Tafel hinrann.
Der schwedische König das Fraulein gewann.
Und Seide ward auf die Erde gebreitet,
Und die Zungftau zu dem Strand geleitet.