Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

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©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

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„Hört  Ihr  König  von  Dänemark,  wollt  Ihr  mir  anthun  die  Ehre,
Dei  mir  zu  bleiben  diesen  Tag,  meine  Hochzeit  soll  geschehn?"
Hab  Dank,  du  kleiner  Knud  von  Borg,  hab  Dank,  daß  du
zu  mir  gegangen:
3 ch  wär  doch  zu  deiner  Hochzeit  kommen,  hätt  ich  deine  Ladung
nicht  empfangen.
Sie  setzten  daS  Volk  in  einen  Ring,  so  sie  konnten,  auss  allerbest;
Das  war  der  dänische  König,  der  saß  der  Braut  zunächst.
So  tranken  sie  den  braunen  Meth  und  so  den  klaren  Wein:
Mit  der  Hand  unter  der  weißen  Wange,  da  saß  die  Chrkstel
  klein.
Das  war  der  kleine  Knud  von  Borg,  der  streichelt'  ihr  die
sorgvolle  Wange:
„Warum  seyd  Ähr  so  schre,  meine  Herzallerliebste,  bange?"
„Hirt  Zhr,  klein  Christel,,  was  machet  Eure  Wange  bleich
so  viel:
Wovon  habt  Ihr  da«  empfangen,  von  Harfen  -  oder  Aötenspiel?"
Zch  hab  cs  nicht  von  Harfen-  auch  nicht  von  Flötenspiel:
Das  ist  mir  mehr  in  meinem  Sinn,  daß  Euch  der  König  bee
triegen  will.
„!)  schweiget  still,  klein  Christel,  Ähr  sollt  drum  nicht  furchtsam ­
  seyn:
Ich  will  gehen  in  den  hohen  Saal  nach  dem  harten  Panzer  mein."
Hütet  Euch,  kleiner  Knud  von  Borg,  der  König  will  böses
gegen  Euch:
§r  entbot  zwei  seiner  tapfersten  Ritter,  zu  verderben  Euer»
jungen  Leib.
Das  war  der  junge  König,  der  zu  seinen  Mannen  sprechen  thär:
Weicher  von  meinen  tapfern  Dienern  will  geleiten  meine  Braut
zu  Bett?
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