Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

sches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

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ter  und  dem  Stallbub,  der  ihr  Ehre  und  Treue  abgc
winnt?  Der  Humor  des  Herrn  Zon,  der  überall  voraus ­
  ist,  oder  die  Ueppigkeit  des  Leichtsinns,  der  sich  erst
gefangen  geben  will,  wann  die  Nordsee  vertrocknet  ist?
In  den  Märchen  ist  eine  Zauberwelt  aufgethan,  die
auch  bei  uns  steht,  in  heimlichen  Wäldern,  unterirdi

schen  Höhlen,  im  tiefen  Meere,  un!^Mn^Kindern  noch
gezeigt  wird.  Häufig  kommt  es  vor,  daß  eine  Mutter,
unwißend  oder  aus  Noth,  ihr  Kind  verkauft  hat  an
ein  Ungeheuer,  wie  hier  die  Königin  an  einen  wilden
Nachtraben,  das  es  wegtragt,  oder  deßen  Zauber  dadurch ­
  gelöst  wird.  Oder  auch,  daß  der  Bruder  die
verlorene  Schwester  aufsucht,  und  in  Meeresgrund  findet, ­
  wo  sie  ein  wilder  Zauberer  in  seinem  Waßerschloß
halt,  der  das  Menschensieisch  wittert,  und  vor  deßen
Wuth  ihn  die  Schwester  schützt,  bis  sie  endlich  erlöst
werden.  Hier  muß  man  zuletzt  mit  dem  armen  Rosmer,
  der  seine  Frau  selbst  auf  dem  Rücken  unwißend
aus  dem  Meer  tragt,  und  wie  er  sie  unten  nicht  mehr
findet,  vor  Leid  ein  Stein  wird,  Mitleid  haben.  *)
Diese  Märchen  verdienen  eine  beßere  Aufmerksamkeit,
als  man  ihnen  bisher  geschenkt,  nicht  nur  ihrer  Dichtung ­
  wegen,  die  eine  eigene  Lieblichkeit  hat,  und  die
einem  jeden,  der  sie  in  der  Kindheit  angehört,  eine
goldene  Lehre  und  eine  heitere  Erinnerung  daran  durchs
ganze  Leben  mit  auf  den  Weg  gibt;  sondern  auch,  weil
*)  Auch  Musäu«  hat  diese«  Märchen  bearbeitet,  aber  in  seiner  Manier,
nicht  einfach  und  gerad,  wie  wir  es  noch  lieber  hören:  Kmder  nicht
anders.
	        
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