Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm

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Aber  bringt  sie  'ne  feine  Tochter  zur  Welt,
Soll  sie  mir  geben  die  Hälft'  von  dem  Geld."
Der  König  ging  zu  ruhen  im  De»,
Nicht  lange  er  da  wachen  thät.
Das  erste,  was  er  im  Traume  sah:
3hm  däucht',  Dagmar  die  stände  vor  ihm  da.
„Herr,  nun  habt  Ihr  die  bittre  Blume  genommen,
Von  der  ich  Euch  geweißagt  zu  kleinem  Frommen:  “
"Zieht  Ihr  im  Jahr  aus  in  den  Krieg,
Läßet  Berngecd  nicht  bleiben  hier.  “
„Laßt  Ihr  Euch  mehr  von  ihrem  Schmeicheln  betrügen.
Weinet  das  Kind,  das  liegt  in  der  Wiegen:"
«Ich  rath  Euch,  daß  ihr  sie  nehmt  mit  hin,
Ihr  sollts  selbst-  erkennen,  zu  Eüerm  Gewinn."
Der  Herr  läßt  entbieten  über  all  das  Land
Zur  Kricgsfahrt  jeden  zehnten  Mann:
„Meine  liebe  Fraue,  Ihr  seyd  das  werth,
Daß  Ihr  versuchet  mit  uns  diese  Fahrt."
Der  erste  Pfeil,  der  im  Krieg  geschoßen  ward.
Mitten  in  Berngerds  Herze  traf.
Da  sah  man  keine  Augen  fließen,
Und  für  Berngerd  trauern  und  Thränen  vergießen.
Und  nun  liegt  Berngerd  in  schwarzer  Erd:
Der  Dauer  behalt  im  Hof  seine  Ochsen  werth;
Nun  liegt  Berngerd  in  schwarzem  Grund:
Die  dän'schen  Männer  lieben  ihren  König  aus  Herzensgrund.
Nun  liegt  Becngerd  in  ew'ger  Unruh,
Und  der  Bauer  behalt  beides  Roß  und  Kuh.

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