© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79
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Biel wohl will ich Frau Ingeborg hüten, viel wohl haben «uf
u , sie Acht,
Ihr soll es nicht seyn mehr zum Schaden, als wart Ihr selber da.
Das war der junge Herr Warst Stig, der aus zu Lande zog;
Zurück blieb die schöne Frau Ingeborg in Angst und großer Noth.
Da aber der König Herr Erick den Sattel auss Roß legen läßt:
„Wir wollen zu Land ausreiten zu der schönen Frau Zngborg
als Gäst. “
„Heil Euch, Fraue Zngeborg, und wollt Ihr werden mir hold,
So näht mir ein Hemd von Seide, bestickts mit vielem Gold."
Und näh ich, Herre, Euch ein Hemd, und zier'es aus mit Gold,
Hört das der junge Herr Warst Stig, er wird mir nimmermehr
hold.
„Hört Ihr stolze Frau Ingeborg, Ihr seyd ein Weib so schön:
Mögt Ihr wohl werden die Allerliebste mein, weil wir Warst Stig
im Lande nicht sehn?" ;
Da aber sprach die Frau Zngeborg, sie war so schön ein Weid:
Eh' ich sollt Herr Warst Stig betrügen, eh laß ich mei- >
nen Leib. ,
„ Hört Ihr, stolze Frau Ingeborg, und wollt Ihr werden die
Liebste mein.
So soll jeder Finger an Eurer Hand Gold tragen so roth und fein." ><
SJ
„Warst Stig hat mir Goldring' gegeben, und Ketten um meinen
Hals:
Fürwahr, o König Herr Erick, ich werd ihm nimmer falsch."
„Das habt Ihr dem jungen Herr Warst Stig gelobt, als er
zu Land ausgesahren: ^
Als ob ich Eure Schwester wär, . wolltet Ihr mich hüten tu>d
bewahren. “