Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

Grimm  Nr.  L  79

i

—  IO  —-„
  Erleb'  ich  einen  Tag  oder  eine  Nacht,  eh'  die  sich  mögen  enden,
Soli's  meine  Schwester  entgelten:  ich  will  sie  erschlagen  oder
verbrennen.  “
Das  böse  Schicksal  kam,  sie  ward  dazu  erschlagen:
Grrmiidcn  ließ  König  HogensSohn  im  Berge  zu  todte  schmachten.

3.

Solche  Kampfer  wir  Held  Hogen  und  seinen  Bruder  Folqvard
Spielemann,
Wo  man  solche  finden  und  solche  rühmen  kann?
Dodild,  Heid  Hogens  Mutter,  die  trat  da  vor  ihn  hin:
„Daß  die  Fohlen  all  todt  waren,  bauchte  mir  in  meinem  Sinn."
„Traume  kann  ich  viel  gut  errathen,  dazu  hab  ich  Verstand:
Kommt  Ihr  in  das  Hvenische  Land,  das  schadet  so  manchem  Mann."
Die  Herren  da  ausreiten,  wie  der  Strom  rinnt  brausend  dahin:
Da  fanden  sie  eine  Meerfraue  schlafen  unterm  Hügel  grün.
Wach  auf!  wach  auf!  Meerfraue,  du  wunderschönes  Weib:
Zieh  ich  in  das  Hvenische  Land,  mag  ich  erhalten  meinen  Leib?
„Wend  dich!  Helde  Hogen,  du  bist  ein  Degen  unverzagt,
Du  haft  in  deinem  eignen  Land  so  manche  Burg  mit  Macht."
„Du  zieh  heim  in  dein  eigen  Land,  diesen  Heldenstreit  laß  fahren:
Du  kannst  bei  deiner  Schwester  nicht  dein  junges  Leben  bewahren."
Das  war  der  Held  Hogen  und  der  sein  Schwert  auszog,
Das  war  die  unselige  Meerstau,  der  er  das  Haupt  abschlug.
Nun  bin  ich  weis,  nun  bist  du  blau:
Und  ich  zieh  in  das  Hvenische  Land,  wenn  guten  Wind  ich  schau.
Fort  da  ritten  die  Heiden  berd,  sie  fanden  de§  Fährmanns  Haus:
Steh  auf,  du  guter  Fährmann,  und  geh  zu  uns  heraus.
	        
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