© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124
iji)
>
1t'¥
— 302 —
/
ist, daz sie lebent. Ez seit und seit so böse ding, die ich
ungerne reden wblte. Fregent wir einen ikden, wo gvt
si und waz er tu? so spricht er: „er sitzet uf dem hichiel,und
gent im die dein her abe of die erden." Owe,
lieber gvt, so müstest du zwo lange Hosen Han, nach der
rede. — Und do von bczeichent der mane den Unglauben
ig); wanne der mane so gar unstete ist, in so
maniger^lüne; er ist hüte iüng und elter morgen; hüte
nimet er abe, morgen nimet er zü; nü klein, nü grvz;
nü get er hohe an denr himcl, morgen get er nidcr; nü
hi», nü her; nü sus, tut so. Daz selbe sink unglcübige
lute, so Heiden, so iüden, so ketzer. Die habent auch den
aller meisten «»glauben, der ie gehört wart. Sie habent
wol anverthalp hundert ketzerie, der eine nit gleubent,
alse die andern. Wanne ie einre hat fünden eilt itenüwe
ketzerie, und swelhe der selbe ie nach im hat braht in die
selben ketzerie, die ketzerie heißet banne alse ienre, der sie
von erste do vant. Ein heißent poverlewe, und eine ^rri-^ni,
und rünkeler und manachei tmb sporer und swirdcr
und arnoldcr. Und also habent sie so manigcr ley namen,
daz ez nieman volle enden mag. Aber swie maniger
ley namen sie haben, so heißen sie uberal katzer. Und
daz det unser herre ane sach; nit, daz er sie ketzer
Nu war umb hiez er sie nit sünder, oder müser, oder
Vogeler, oder swiner, oder geißer? Er hiez in einen ketzer.
Daz det er dar umb, das 20) er sich gar wol heimcli-2g)
Hds. „unglabetk"
-o) st. „daz"