Full text: [Rezension:] Die althochdeutschen Präpositionen. Ein Beytrag zur deutschen Sprachkunde und Vorläufer eines althochdeutschen Sprachschatzes, nach den Quellen des achten bis elften Jahrhunderts, Von E. G. Graff. (..) Königsberg: Bornträger 1824

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 29 
Zur deutschen Sprachkunde. 
XXVIII. Bd. 
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Partikeln zu diesem besonderen Gebrauch auserwählt worden 
seyen ? ist eine Frage, die sich nicht zu voreilig bejahen läßt. 
In der Regel stehet zwar die Präposition unmittelbar vor 
dem Nomen, das sie regiert; allein die meisten Sprachstämme 
leiden auch, daß sie ihm für gewisse Fälle unmittelbar nachfolae, 
in denen dann freylich der Name Präposition unpassend wird. So 
im lat. maria circum, und an das Pronomen wachsend in 
me-cum, nobis-cum, häufiger im Griechischen, z. B. Saow 
axo, mit verändertem Accent statt Setiv, was die Anschlie- 
ßung ans Subst. bezeichnet. Die litthauische Sprache besitzt zwey 
sogenannte Präpositionen, welche sie nie anders, als dem regier 
ten Casus Hinren angehängt gebraucht: pi (apud), und na (ver 
sus) , wobey noch zum festeren Verband mit den Flexionen Vo 
calelisionen und Consonantepenthefen vorfallen, z. B. diewo-pi 
oder diswu-mpi (apud Deum), so daß man hieran die nähere 
Verwandtschaft der eigentlichen Casusflexion mit diesen Partikeln 
vorzüglich bestätiget sieht. Seltener scheinen slavische Anastro- 
phen; radi und djela (beyde propter bedeutend) pflegen ihren 
Genitiven nachzustehen (Bobrowsky instit. p. 652, 653), z. B. 
boga radi (um Gottes Willen), verläugnen aber ihre Herkunft 
aus Substantiven so wenig, wie die lat. causagralia j griech. 
evexa, xäpw, die in gleichem Falle den Gen. vor sich haben. 
Nicht anders verhält sich unser nhd. wegen und halben: der 
leute wegen, des geldes halben; und gleicher Gebrauch des 
halp sind et sich schon im Ahd., z. B. menniscen halb, sinero 
lido halb (S. 189); Beyspiele anderer Nachsetzungen kommen 
nicht vor, namentlich noch keine von nah (secundum), im Sinne 
des nhd. dem leibe naeh, der natur der sache nach. Aber 
im Altn. sind sie ganz zu Hause, und alle Lieder der Edda voll 
von Beyspielen : 7* *) nä-ströndom ä; 1kemr heimisgarda 
til ; 12» annars briostom i; annars briostom or; brauto at 
etc.; hauptsächlich scheinen i, ä, at, til, frä, or, for, fyrir, 
yßr so zu stehen, seltner oder gar nicht einige anderes Herr 
Grafs zählt, von S- 277 an, die zu adverbialen und con- 
junctionellen Ausdrücken dienenden Verbindungen der Präp mit 
dem Acc., Gen. und Jnstrum. des demonstrativen und interroga 
tiven Pronomens auf, fügt ihnen aber S. 265 — 288 die mit 
dara und huara hinzu, und bemerkt ganz richtig, daß diesen die 
Präposition nachgesetzt werde. Da inzwischen dara und huara 
keine Casusformen sind, so wird folgerichtig das, was sich mit 
ihnen verbindet, keine Präposition, sondern bloßes Adverbium 
*) Ich citire Rask'ö Stockholm. Ausg. 18,8.
	        

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