Full text: Gedichte des Mittelalters auf König Friedrich I., den Staufer und aus seiner so wie der nächstfolgenden Zeit

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das an richeit sin gelich 
nyndert lebt von ertrich. 
doch (1. do) der hof ein ende hat, 
die herren wurden des zu rat 
mit einander glich, 
das sy (die) cleinad von dem rieh, 
das krutz, die nagel vnd das sper, 
vnd vnser frauwen hemd her, 
das (sy) die krön durnin, 
dar zu der (1. den) rock purpurin 
dem gaste zeigen solden 
vnd yne damit ereil wolden. 
dar nach des dritten morgen fru 
die herren gingen all zu, 
die pischoff vnd die paffheit 
mit zir vnd mit heilekeit, 
vnd zeigten die cleinad gar 
aller werlt offenbar. 
Do der pot die cleinad sach 
zu den fürsten allen er sprach: 
ich mag gesprechen vnd getar 
von mym hern offenbar, 
das all sin richeit ist 
gen disser richeit als ein mist. 
der edel vnd der rieh 
konig Philip von Frankrich 
ein dorn vfs der krön brach, 
das es der bot ansach, 
der keiser Friderich selber schneidt 
ein spann lang vnd preidt 
von des edeln holcz bäum stam, 
da got den tod selbs an nam, 
vor allen fürsten offenbar, 
das ersach der schrvbar. 
die cleinad sand der keiser da 
priester Johan von India, 
der keiser lie nicht pliben, 
er hiefs ym wieder prieff schriben 
vnd danckt ym gar ser 
vmb die truwe und vmb die er, 
dye er in het angeleit, 
vnd auch der riehen cleit. 
der pot heim zu varen gert, 
der edel keiser yne des gewert; 
von dem keiser er vrlaub nam 
vnd von den fürsten alsam, 
der keiser yne beleiten lie 
bis in die stat Venedie, 
da selb er vf das mer sas 
vnd für aber für bas. 
wo er furpas da zu land kam, 
oder wenn er heim kam, 
das ward mir nicht kund getan, 
darumb will ich es liegen lan. 
Der edel keiser Friderich 
behielt die cleinat flissiclich 
in seiner gewalt für war, 
ich waifs darnach wie manig jar, 
bis das [sich] der babst Honorius 
gen yme sich gestalt alsus, 
das er sin vngenad gewan, 
vnd yn det yn den ban, 
vnd yne von sinen eren seit 
vnd von der gemein der cristenheit, 
vnd die fürsten hochgeporn, 
die dem rieh hatten geschworn 
[vnd] dort vnd auch hie 
der aid er [sich] ledig lie. 
do nu de fürsten stunden ab, 
des gewan er grofsen ungemach(I.ungehab), 
wann ir lutzel zu yme ritten 
is welch stat er die wile reit, 
gotes ampt man vermeyt, 
dwil er darin was, 
vnd man kein messe darin las, 
noch kein tagzyt man darin sang; 
die zal wert gar lang,
	        

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