Volltext: Kinder- und Hausmärchen

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allesamt getötet und darin begraben werden? Und als sie 
weinte, während sie das sprach, so tröstete sie der Sohn und 
sagte 'weine nicht, liebe Mutter, wir wollen uns schon helfen 
und wollen fortgehen.' Sie aber sprach 'geh mit deinen elf 
Brüdern hinaus in den Wald, und einer setze sich immer auf 
den höchsten Baum, der zu finden ist, und halte Wacht und 
schaue nach dem Turm hier im Schloß. Gebär ich ein 
Söhnlein, so will ich eine weiße Fahne aufstecken, und dann 
dürft ihr wiederkommen: gebär ich ein Töchterlein, so will 
ich eine rote Fahne aufstecken, und dann flieht fort, so 
schnell ihr könnt, und der liebe Gott behüte euch. Alle Nacht 
will ich aufstehen und für euch beten, im Winter, daß ihr an 
einem Feuer euch wärmen könnt, im Sommer, daß ihr nicht 
in der Hitze schmachtet? 
Nachdem sie also ihre Söhne gesegnet hatte, gingen sie 
hinaus in den Wald. Einer hielt um den andern Wacht, 
saß auf der höchsten Eiche und schaute nach dem Turm. 
Als die Tage herum waren und die Reihe an Benjamin kam, 
da sah er, wie eine Fahne aufgesteckt wurde: es war aber 
nicht die weiße, sondern die rote Blutfahne, die verkündigte, 
daß sie alle sterben sollten. Wie die Brüder das nun hörten, 
wurden sie zornig und sprachen 'sollten wir um eines Mäd 
chens willen den Tod leiden! wir schwören, daß wir uns 
rächen wollen: wo wir ein Mädchen finden, soll sein rotes 
Blut fließen? 
Darauf gingen sie tiefer in den Wald hinein, und mitten 
darin, wo er am dunkelsten war, fanden sie ein kleines ver 
wünschtes Häuschen, das leer stand. Da sprachen sie 'hier 
wollen wir wohnen, und du, Benjamin, du bist der jüngste
	        

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