© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 ACKERBAU gelten kann; rührt aber secale von secare, so leitete auch böhm. rez auf rezati, poln. rzezac, schneiden, obgleich die Zischlaute etwas abwei- chen, vgl. poln. rzany =* fytni und rfysko stoppel. Die frucht scheint aus dem Norden in den Süden gedrungen zu sein, wo der waizen vor- herschte. da jenes russ. rosh, finn. ruis im Nordosten noch weiter um sich greift und nicht allein bei Morduinen ros, bei Tscheremissen rsha, rusha angetroflen wird, sondern mit Vorgesetztem vocal bei Vo- gulen orosh, bei Ostjaken arüsh, bei Tschuwaschen irasch, bei Samo ­ jeden arish, unter Tataren aresh orosh, selbst unter Zigeunern rozo (Pott 2, 280); so liegt hier ein uraltes wort vor, in dessen Wurzel gar nicht mehr einzudringen ist. wahrscheinlich gehört oqvI,u reis mit hinzu, der im skr. vrihi hiesz, in unsern ahd. glossen aber auch durch arawiz verdeutscht wird, was sonst pisum, cicer bedeutet: pisum scheint ursprünglich malbare frucht*. welche getraidearten gr. oXvQa und lat. arinca sind, weisz ich nicht. 65 Goth. baris gen. barizis, gr. xgidr;, ags. bere, engl, barley, altn. barr, gen. bars, Ssem. 51 b allgemein frucht, alle von bairan, wie lat. far von ferre, gen. farris (für farsis = barizis?), in farina einfaches R, wie in fero baira und bere. altn. bygg, schwed. bjugg, dän. byg, von byggja colere, gebaute frucht. ahd. gersta, mhd. nhd. gerste, nnl. gerst garst, ags. gerst, engl, grist; wie wir schon bei nvgog auf nou geleitet wurden, läge auch hier das nährende gras, ags. gärs nicht ab, und S erschiene wesentlich; doch volleren an- spruch haben hordeum fordeum ordeum, sp. ordeo, it. orzo, franz. orge und xQi&rj (nach Benfey 2, 197 für /Qid-rj), liord = gert, S eingeschaltet (wie in kunst brunst munst); vgl. bask. garagarra. sp. cebada, von cebar nulrire und cibo nahrung. skr. java, bald als frumentum und triticum, bald hordeum aufgefaszt, pers. jew, ent ­ spricht dem litth. jawai frumentum, finn. jyvä granum frumenti (pl. jyviä frumentum) wie dem gr. fea (vgl., skr. juga^, lat. jugum, gr. tvyov) aufs haar, zugleich zeigt litth. jau^a Scheune die Verwandt ­ schaft zwischen hordeum und horreum, granum und granarium (gre- nier): es sind häuser für frucht und gerste. sl. jatsch’men’, russ. jatschmen’, slov. jazhmen, serb. jetsclnnen, poln. ieczmien, böhm. gecmen führt sich zurück auf die wurzel jasli edere, poln. iesdz, böhm. gjsti, und entspricht dem altn. seti (von ela), welches Ssem. 51 b neben bygg und barr steht; damit stimmen ferner ir. joth (in der alten spräche ith), welsch yd hyd, bretagn. ed für körn, getraide, gleich ­ sam res edules edulia. litth. meiei, lett. meeschi scheint mit der bierbereitung in Zusammenhang. «xoor?/ soll auf Cyprus die gerste geheiszen haben , vielleicht wegen ihres spitzen barts? vgl. 66 acus üxtoTQa und acus aceris spreu. finn. olira, est. ohrad oh her, * von pisum, franz. pois, engl. pl. pease, ist sowol cicer, cicera, ahd. chi- cburia, mhd. kiclier, als ervum, ervilia, franz. ers, ervilliers, ahd. araweiz (noch b. Hans Sachs erbeisz), nhd. erbse, ags. earfe, nnl. ervet, altn. erta, gr. ogoßos und egeßivSos der art nach unterschieden, mit der Sache scheinen uns diese namen von Römern zugebracht.