© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 — LAUTVERSCHIEBUNG 297 THR ahd. DR verhalten sich goth. THV ahd. DU: {wairhs transversus ahd. duerah, ags. {wingan cogere ahd. duingan; hier aber hat die spä ­ tere spräche unorganisch fortgeschoben: mhd. twerh nhd. zwerch, mhd. twingen nhd. zwingen, man unterscheide goth. DV = ahd. TU in dvairgs? nanus ags. dveorg altn. dvergr durgr ahd. tuerc, die s. 415 dem gr. d-aovgyog verglichen wurden, auch mhd. twerc, nhd. aber fälschlich zwerg. 14) Dem stockenden ST parallel ist SK in lat. piscis goth. fisks ahd. fisc; lat. discus ags. disc ahd. tisc; altn. taska pera ahd. tasca; ags. flaesc ahd. (leise; bald aber beginnt hier SCH einzudringen, die sich im mhd. fisch tisch tasche schon gesetzt haben, nicht zu über- 424 sehn das abweichende goth. ZG in azgö ahd. ascä altn. aska ags. asce. goth. KR wird ahd. CHR. goth. SP begegnet inlautend nicht, doch nach ags. altn. SP zu urtheilen, bliebe es auch ahd. vgl. ags. äspe altn. espi ahd. aspa nhd. espe. PS aber wird ahd. zu FS: lat. capsa ahd. chefsa mhd. kefse (s. 149.) 15) Weit gröszerer einlrag geschieht der lautverschiebung da ­ durch, dasz unter ahd. mundarten die, welche an niederdeutsche spräche grenzen, mehr oder weniger sich auf der zweiten stufe der lautverschiebung halten, überhaupt also wird die dritte stufe, wie sie folgerecht durchgreifend der zweiten gegenüber steht, nur da angetrof ­ fen, wo ich strengallhochdeutsche mundart annehme, deren weise bis ­ her als reiner gegensatz zur gothischen oder sächsischen aufgeführt worden ist. von den landstrichen, in welchen sie zu haus ist, soll später rechenschaft gegeben werden, über sie aber hat allmälich, und entschieden mhd. und nhd. jene weichere mundart den sieg davon ge ­ tragen, in welcher nun der gothische und strengahd. lautstand eigen- thümlich gemischt erscheinen. Es genügt hier die etwas verwickelte abweichung der drei bedeutendsten ahd. denkmäler dieser art (Isidors, Otfrieds und Tatians) anzugeben, wobei anlaut, inlaut und auslaut un ­ terschieden werden musz; ich stelle die goth. und strengahd. weise zur Vergleichung voraus. goth. B P F G K II D T TH strengahd. P PII F K CH II T Z D I. anl. B F G CH H D Z DII inl. B F V G Hli II D ZS DII ausl. P PH F C H H T ZS DH 0. anl. B PH F G K II D Z TII inl. B F F G CII H T Z D ausl. B F F G H II T Z D T. anl. B PII F G K II T Z TII inl. B PH V G IlH H T Z D ausl. B PH F G H H T Z D doch ist einiges näher zu bestimmen z. b. dasz bei I das G, sobald 425 die dünnen vocale e oder i folgen, in GI1 übergeht, was dem s. 386 entwickelten einflusz dieser vocale auf gutturale gleicht; ferner dasz die