298 LAUTVERSCHIEBUNG in und auslaute, denen ein anderer consonant voraussteht, gern wie anlaute behandelt werden, z. b. 0. skalk skrank skalkes skrankes sagt, aber lih liches. viele einzelne Wörter lauten in diesen drei denkmälern verschieden: I. und 0. hat druhtin, T. truhtin; I. duon deda, 0. duan deta, T. tuan teta; I. leidan, 0. T. leitan; I. leididh dux, T. leitid; I. chunt chundes, T. cund cundes; I. dac daghes, 0. dag dages, T. tag tages; I. chuninc, 0. T. kuning u. s. w. Die goth. spräche setzt die consonanz in daujis mortuus und dauftus mors auf gleichen fusz; wie aber ags. zwischen deäd mortuus und deäd mors (engl, dead und death) geschieden wird, finden wir auch bei 1. död und dödh, bei T. tot und töd, bei 0. döt und töd; mit T. stimmt hier N. und die strengahd. weise, ohne zweifei ist es das in dau[)us dem {) folgende u welches in deäd auf erhaltung der asp. nachwirkte, die dann richtig in alul. media übertrat. Unter diesen drei Schreibungen ist die im I. offenbar die aller- thiimlichste und feinste, auch im auslaut die hochdeutscheste; sie hat grosze vorneigung zum aspirierten laut, am weichsten erscheint 0., doch trifft er in den labialen und gutturalen fast ganz mit T überein, bei welchem nur die lingualen etwas härter sind, sämtlich häufen sie im lingualorgan zischenden und hauchenden laut, 0. und T. nur aulautend, I. auch inlautend; sein DU mag dem D nahe kommen, eigentlich hat diese zweifache aspirata Z und TII etwas paralleles mit dem PII und F, CII und II der beiden andern Organe, nur dasz bei 0. und T. im gutturalanlaut Iv haftet. Ich will auch die mhd. und nhd. art angeben, die sich zumeist an T. scldieszt, nur dasz die linguales ganz die streng-ahd. bleiben und auch das anlautende TH nicht kennen. mhd. anl. B PF F,V G K II T Z D inl. B F V G CH II T Z D ausl. P F F C CH CII T Z T 426 nhd. anl. B PF F,V G K H T Z 1) inl. B F F G CH II T Z,SS D ausl. B F F G C1I II T Z,SZ ü für mortuus gilt mhd. tot totes, für mors tot tödes, nhd. aber todt todtes und tod todes. das verhalten der nhd. in und auslaute Z,SS; Z,SZ bleibt hier unerörtert und die unorganische Schreibung TII für T in thal thun thor mulh rath, die wir längst verwerfen sollten, un ­ berücksichtigt. An diese manigfaltigkeit des schwankenden hochdeutschen lauts lieszen sich noch andere betrachtungen knüpfen, worauf ich es hier nicht absehe *. wer sie gehörig erwägt, wird zur einsicht gelangen, dasz sie den grundsatz der lautverschiebung nicht Umstürzen kann, sondern erst aus ihm verständlich wird, es sind widerspenstige aus- * es versteht sich von selbst, dasz einzelne ausnahmen der ausnahme nicht beachtet werden konnten, welche in einer besonders dargestellten notkerschen oder otfriedischen lautlehre vortreten mästen.