© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 SILINGE. MUGILONEN. BUREN 495 jeder zugibt; zugleich südlich an der Donau Lygier und Sueven bei Daken, warum sollen diese Daken nicht auch gothisch können gewe ­ sen sein? Lygier reichen also gleich den Bastarnen früh in den süd ­ ost zurück. Dio sagt auch 51, 22 dasz Daken, die Moesier heiszen, flehen Triballern zu beiden seiten der Donau hausen, indem er eines von Caesar 28 jahre vor Chr. veranstalteten triumphs gedenkt, wo die Römer von Daken und Sueven ein kampfspiel aufführen lieszen (oben s. 184.) hier werden jene skythisch, diese keltisch genannt; nicht 712 uneben nach dem alten Sprachgebrauch, jenachdem Germanen im osten oder westen begegneten. Aber die einzelnen lygischen Völker kosten kopfbrechen. Zov- l-ioi klingt fast undeutsch, da Ulfilas in goth. Wörtern gar kein anlau ­ tendes Z hat und ahd. lautverschiebung damals noch nicht eintrat; in der entstellten form könnte etwas stecken von den Manimi des Taci- tus, den 3 O/uuroi oder gar zlovvoi des Ptolemaeus, für welche auch wenig ratli zu schaffen ist. viel lieber halle ich an der unverdächti- tigen lesart lest und bedenke das ermittelte Verhältnis des getischen Z zu goth. II und litth. SZ (s. 188.) ist Zd\/uo'£ig von ^uX/uog cutis, tegmen ein Halmaha von halm culmus (wurzel hilan, celare legere); so wäre für Zov/uog nach goth- Ilaums, ags. Ileäm zu su ­ chen, die sich freilich nicht darbieten (ein ags. adj. heämol horno frugi ist nicht sicher genug), aber die trad. corb. 414 liefern den alts. aKS.Huovno manns- und zugleich Ortsnamen Ilöma; das litth. szamas, lett. soms, poln. sum bedeutet den fisch weis, silurus. Zu jenem /Jovvoi liegt es nahe den bei Ptol. in dieser gegend angegebnen Ortsnamen yiov- yldovvov zu vergleichen und beide aus dem ags. düu mons zu deu ­ ten, das ahd. Askitün wäre was sonst Asciberg, nhd. Escheberg; doch volksnamen aus örtlichem Verhältnis zu erklären scheint immer bedenk ­ lich. Strabons BoviMveg nehme ich für BovyovvTiovtg (s. 699), seine Sißivot sind eher als SiQßivot (s. 171) SiXivoinemlich die von Ptol. zwischen Semnoncn und ßougunten gestellten Sihyyou, welche bei Idalius und Isidor noch im 5 jh. in Lusitanien und Bae- tica als Vandali Silingi auftreten, wie ja Plinius Burgundionen und Gultonen dem vandalischen geschlecht überweist. Sil fällt einer guten deutschen wurzel, wahrscheinlich seilan sail silum ligare zu, die trad. corb. 241 bieten den namen Silhard; nähere deutung ist nicht mög ­ lich; man könnte aber Zusammenhang mit dem pagus Silensis bei Thiet- mar (Pertz 5, 855) und dem namen Silesia Schlesien finden, den die nachher eingerückten Slaven in der gegend vorfanden. Die IMovyi- Xcovtg dürfen an das ahd. müchilari sicarius, müchilsuert siea, mücheo müchari latro, grassator mahnen, wenn man erwägt, dasz in Cimber713 und Ambro (s. 636. 638) dieselbe, jener rauhen zeit angemessene bedeutung wallet, das sl. mogila grabhügel (s. 171) gebe ich wieder auf, wie bei den Chauken den liouc tumulus (s. 676.) Auf solche weise wären die von Strabo angeführten lygischen Völker besprochen, des Ptolemaeus Bovqoi sind unverkennbar von Tacitus zu eingang des cap. 43 als hinter den Markomannen und Qua-