© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 500 AESTIER \U q, 22^ zeugt also laut für der alten Ostiaer und Aestier deutschheit. zwi ­ schen Guttonen, Teutonen, Suionen, Sueven wie sollten sie nicht Ger ­ manen sein, in deren Reihe sie auch Tacitus einstellt. Hierzu treten aber noch andere gründe. Aestii,, und das ist die richtige Schreibung (ö kann aus oi = oe hervorgegangen sein) wäre gotli. Aisteis reverendi, von aistan IvrQtnto&ou, ein begrif, der sich dem vorhin entwickelten der Reudinge nähert; weder aus finnischer noch keltischer spräche liesze sich der name deuten. Tacitus drückt sich nun folgendergestalt aus: dextro suevici maris litore Aestiorum gentes alluuntur, quibus ritus habitusque Suevorum, lingua britannicae propior. Matrem deum venerantur. insigne superstitionis formas apro- rum gestant: id pro armis omniumque tutela securum deae cultorem etiam inter hostes praestat. frumenta ceterosque fruclus patientius quam pro solita Germanorum inertia laborant. Sie heiszen also Ger ­ manen und ihre art und weise ist suevisch; wie Sueven die Isis, Reu ­ dinge und Suardonen die Nerthus, verehren sie eine göttermuttcr und tragen in ihrem dienste eberbilder, die gleich amuleten sicher stellen, dieser cultus tri ft ganz mit dem von Frö und Frouvva (mylh. s. 194. 195. 632) überein; auf die lingua britannica werde ich hernach kommen. Erscheinen nun die Aestier in germanischer färbe für die Römer ­ zeit, so bekundet sich auch lange nachher noch ihr Zusammenhang mit andern Deutschen. Wenn Vidsid im ags. reiselied 323, 30 singt: mid Eästbyringum ic väs and mid Eolum and mid Istum and Idumingum, so habe ich die Idumingas oben s. 500 in Idungas Eodingas zu be ­ richtigen gesucht und schlage für Eolum vor Eotum, worüber im fol- 720genden capitel; die Iste sind unverkennbar Aestii und begegnen unter andern deutschen Völkern. Theodorich der berühmte Ostgolhenkönig stand in verkehr mit ihnen und dankt in einem bei Cassiodor 5, 2 bewahrten schreiben für bernstein, den ihm ihre boten gebracht hat ­ ten, sie heiszen da Ilaesti und in oceani litoribus constituti. die zwi ­ schen jenen alten Guttonen und Aestiern gepflogne gemeinschaft musz angehalten haben, Jornandes cap. 23 bezeugt, dasz sie schon Erman- rich klug zu sichern wüste: Aestorum quoque similiter nationem, qui longissimam ripam oceani germanici insident, idem ipse prudentiae vir- tute subegit; nennt aber [noch ein anderes volk, an der Weichselmiin- dung ihnen zur seite: ad litus oceani, ubi tribus faucibus fluenta Vi- slulae fluminis ebibuntur, Vidivarii resident ex diversis nationibus ag- gregali. post quos ripam oceani item Aesti tenent, pacatum hominum genus omnino. noch näheres gibt er cap. 17 an: Gepidae commane- bant in insula Visclae amnis vadis circumacta, quam pro patrio ser- mone dicebant Gcpedojos (oben s. 462), nunc eam, ut fertur, insulam gens vividaria (1. vidivaria) incolit, ipsis ad meliores terras meantihus, qui Vividarii (1. Vidivarii) ex diversis nationibus acsi in unum asyluni collecti sunt et gentem fecisse dicuntur. an die stelle der gothischen