SCANDINAVIEN. GOTHEN 507 1 © Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 und unterwegs tiefe spur hinterlassend musz der nordische ergangen sein. Ynglingasaga nimmt nordwärts vom schwarzen meer noch eine Svifnod hin mikla eda kalda an und läszt sie sich erstrecken bis zum Tanais (oder Don), der alten grenze zwischen Asien und Europa (Jor- nandes cap. 5.) diesem Tanais legt aber Snorri den alten namen Ta- naqvisl oder Vanaqvisl bei: qvisl (fern.) bedeutet ramus fluminis und Vanaqvisl wäre fluvius Vanorum, der Vanaland durchströmt, Tana scheint 729 blosze annäherung an den lat. namen Tanais, aus dessen letzter silbe sich selbst qvisl erklären liesze. ostwärts der Tanaqvisl, in Asien soll nun Asaland oder Asaheimr gelegen haben; diese östliche läge scheint jedoch aus falscher deutung des Wortes äs hervorgegangen, die schon wegen der goth. form ans aufgegeben werden musz; ja es könnte sein, dasz selbst die Unterscheidung einer groszen und kleinen Svijhod ihren Ursprung in der ähnlichen einer groszen und kleinen Scylhia fände: /.uxqu 2xvfHa pflegte ein theil der taurischen halbinsel bis zum Bory- sthenes zu heiszen. ich werde im verfolg auf die grosze Svijnod zu ­ rückkehren. Der Svij)iod zur Seite steht bedeutsam eine Godfnod, das land und volk der Gothen, die sich vom osten Europas nach Süden und westen ausbreiteten und in Siklscandinavien durch zwei hauptstämme, den go- thischen und dänischen dargestellt werden, ganz wie sie schon an der Donau im thrakischen land als Geten und Daken vortraten. Weshalb auch der im golhischen calender aufbewahrte, also hei Donaugolhen übliche name Gutfüuda (s. 410) einstimmt zu dem in Scandinavien gül ­ tigen God{)iod. in Völuspä (Saem. 4 b ) sieht die Vala valkyrien reiten l til Godjfiodar, was hier ganz allgemein aussagt: in die weit, zu den raenschen. ebenso steht Saem. 228 a 226 ljC ä Godfnodo 3 für: auf der erde; 267 b "Godjfiodar liT. in gleichem sinn finden wir Saem. 113 b ‘Godveg troda 3 , die erde betreten, wie es sonst 240 11 heiszt c moldveg sporna 3 , vegr für land gesetzt, gerade wie Iotavegr Jütland, Norvegr Nordland ausdrückt, bestimmter heiszt Grimhild Saem. 233 a c got- nesk kona 3 , mit hinhlick auf das südliche geschlecht der Giukungen (Stein. 201.) in Hervararsaga cap. 16. 18 (fornald. sög. 1, 495. 499) hat Godjfiod wieder jenen allgemeinen sinn von reich und land über ­ haupt, wie er unter Völkern golhischer abkunft herschen muste, im sögubrot (fornm. sög. 11, 413) wird aber ausdrücklich gesagt, dasz das von den ostwärts her eingezognen männern besessene land God ­ fnod benannt worden sei: en j>a voru fiessi Iönd, er Asiamenu bygdu, köllud Godlönd, en fölkid Godiod. Im herzen Deutschlands und den 730 Geten voraus standen Sueven und andere hochdeutsche Stämme; es blieb ihnen /keine weitere wähl, als seitwärts an der ostseeküste, wo j c wir schon drei jahrhunderte vor Christus Gothen treffen, gegen Scan- dinavien vorzudringen und mit dem kern des volks an der Donau stehn zu bleiben, bis sich diesem später ein weg nach Italien, Siitlfrankreich und Spanien öfnete. Aber jenen nach dem norden vorangegangenen Golhen müssen allmälich noch lange zeit hindurch andere gothische Stämme nachgerückt sein; schlugen gegen ausgang des fünften jh. (un- GoHie