U 6 © Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 508 DANEN ter kaiser Anastasius) Heruler die bahn von der Donau nach Scandi- navien ein (s. 471), warum sollen sie lang vorher andere Gothen nicht gefunden haben? Auch das getische zwillingsvolk, die Daken, risz der unaufhalt ­ same ström dieser bewegungen mit sich gegen den norden fort; wie es scheint, gab des Decebalus niederlage durch die Römer dazu den nächsten anlasz. ein theil des Volkes, dem die fremde herschaft un ­ erträglich wurde* wanderte aus, in der riehtung, die schon jahrhun- derte früher andere Gothen genommen halten. Die von Ptolemaeus 2, 10 auf seine insei Scandia, den Weich- yiMfd- axUloÄ^elmündungen gegenüber, gesetzten rovrui xul Aavxitoyeg hätten doch \Jvrl*Au* der cr R*k sollen das äuge öfnen. es ist ungebotne Verwegenheit, aus Aavxicovtg mit Zeusz s. 159 2xavdi(x)vtg zu machen, noch bedürfen wir der änderung z/’avvicoveg, die ihm gleichwol beifällt, deren NN hier so wenig taugt als in der jüngeren Schreibung Dännemark für Dänemark. Daükionen sind die auf nördlichem zug begrifnen Daken, deren Zusammenhang freilich dem Africaner seine nachrichten nicht enthüllen. Aus Aaxoi entspränge genau Aäxwvtg, wie aus Gothi Gothones, bei Aaxuoveg musz also ein zluxtog Dacius im mittel lie ­ gen und das AY für A in Auvxtwveg Verderbnis sein, aber es bleibt noch eine andere nebenform vorauszusetzen, nemlich Aaxrjyo(, die sich zu Auxoi verhalten, wie Golhini zu Gothi. Wir gelangen dem begrif wie der Wortbildung nach auf den na- 731 men der Dänen, waren Gothinen vorgeschobne Gothen, Slovenen vor ­ geschobne Slaven, so erweisen sich Dakinen als vorgedrungne Daken, und aus Dakini nach grammatischen gesetzen entspringt Dani, wofür beweis s. 192 geliefert wurde. Hiermit aber ist die natürlichste nacli- weisung gegeben, wie dieser name entstanden und woher dieser volk ­ stamm eingewandert sei. aus dem engl. Ihane, das dem ags. {»egen entspricht und ganz andrer wurzel gehört, Danus zu leiten war ein irlhum. Den ersten drei jhh. scheint die kürzung Dani unbekannt; am frühsten auf taucht sie bei Servius zu Aen. 8, 728: Dani dicti a Da- his, qui sunt populi Scythiae juncti Persidi. will man diese worte für späteres glossem halten, so reicht der name Dani auch noch nicht einmal in die mitte des vierten jh. und ein Zeugnis aus dem fünften steht ihm ebensowenig zu gebot, doch dem sechsten ist er nicht ab- zustreilen; um diese zeit hatten sich die Byzantiner genauere künde vom norden erworben. Jornandes cap. 3, nachdem er mehrere nor ­ dische Stämme ausgezeichnet hat, fügt hinzu: quamvis et Dani, ex ip- sorum stirpe progressi, Erulos propriis sedibus expulerunt, qui inter omnes Scanziae nationes nomen sibi ob nimiam proceritatem affectant praecipuum. er ahnt also nichts von ihrem ausgang aus Dakien, das ihm Dacia heiszt (cap. 5) und würde Dani und Daci unterscheiden*. * Ekkehards auszug dieser stelle (Pertz 8, 120, 26) stellt hier Dani Daci nebeneinander, unmöglich als verschiedne Völker, denn niemand wird je darauf gefallen sein, die Donaudaken aus Scandinavien herzuleiten.