© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 592 ABLAUT ger salz, dasz manche wurzeln erster conjugation sich blosz aus gemi- nation der liquida herleiten und ursprünglich der zweiten gehören, die ags. Umstellung irnan birnan setzt rinan brinan voraus, kein rin- nan brinnan, und allem anschein nach ist drffc goth. inbranjada crema- tur Joh. 15, 6 kein fehler, sondern zeigt uns noch die echte form branjan von brinan. dafür streiten auch die alten Zusammensetzungen manasejis manamaurfnja manariggvs, alamans alafmrba Alamöds und ahd. Alaman alahalba alahant (grannn. 2, 628), ja das merkwürdige mhd. sunewende (mythol. s. 584) und sunegiht Lanz. 7051. schon darum musz NN in manna und mannisks unorganisch erscheinen, weil manags ahd. manac mhd. manec einfaches N hat und die wurzel munan man 854munum gleichfalls; noch gebieterischer heischen es die skr. Manus und manuschja. wie aber Mannus und manna, entsprosz auch ahd. minna memoria, animus, amor und minnön amare, eigentlich meminisse der ­ selben wurzel. unbedenklich lege ich älteren wurzeln, aus welchen brinnan und sunna stammen, nur einfaches N bei. mhd. brimmen bram brummen rugire folgte ahd. noch zweiter conj. preman pram prämun, und die analogie wird sich weiter ausdehnen. So unser ablaut; wie steht es um ihn in den urverwandten sprachen ? Auch diesen mangelt er nicht, ist aber zu keinem waltenden gesetz erhoben worden, nur in einzelnen spuren und reihen zu erkennen. Was eben schon die geschichte unserer spräche durchschimmern liesz, dasz verba erster conjug. mit ihrem uns gleichsam eingebornen dreiklang I A U fgramm. 1, 561—563) dennoch unursprünglich seien, wird durch die Wahrnehmung ihrer fast gänzlichen abwesenhcit in jenen andern sprachen bestätigt, es gibt weder ein lat. noch skr. verbum mit positionslanger wurzel, dessen tempora ein I A U wech ­ seln lieszen. Starke wurzeln auf Ml\l NN erscheinen nirgend. LL ha ­ ben zwar die lat. cello pello vello fallo, die gr. ßdXXio 'ipuXXco reXXio riXXo) u. s. w. allein es pflegt sich im praet. zu vereinfachen: pello pepuli, percello perculi und nur ausnahmsweise zu haften, dann aber ohne ablaut: vello velli, fallo fefelli, welcher unterschied mich an den des ahd. fallan fial und altn. falla feil (s. 838) gemahnt. ßuXXco bil ­ det ßaXto tßaXov und ßeßoXtjf,iui. RR im lat. verro verri. lateini ­ sche MB NG ND lauten nicht ab: lambo lambi, mando mandi, pando pandi; es sei denn, dasz sie ihre nasalis ausstoszen, d. h. die form in unsere zweite conj. übertreten lassen: tango tetigi, pango pepigi, doch pungo pupugi bleibt, diese tilgung des N in tango tetigi, findo fidi, scindo scidi gleicht der altn. form binda batt, hrinda liralt, vinda vatt. die composita von pango tango schwächen A in I: contingo com- pingo; andern grund hat I in mingo. verto verli (= goth. vairjia varf>), volvo volvi, solvo solvi wissen nichts von ablaut. dem goth. 855 binda band entspricht die sanskritwurzel bandh, zeugt aber das praet. babandha, d. h. das A des goth. praet. ist dem ganzen skr. verbum in jedem tempus eigen. Nur im griecli. sind wichtige annäherungen