7 verboten: hüte dich, daß du sie nicht ausschließest, sonst wirst du unglücklich? Das Mädchen versprach gehorsam zu sein, und als nun die Jungfrau Maria weg war, fing es an und besah die Wohnungen des Himmelreichs: jeden Tag schloß es eine auf, bis die zwölfe herum waren. In jeder aber saß ein Apostel, und war von Licht und Glanz umgeben. Es freute sich über all die Pracht und Herrlichkeit, und die Englein, die es immer begleiteten, freuten sich mit ihm. Nun war allein noch die verbotene Thür übrig, da empfand es eine große Lust zu wissen, was dahinter verborgen wäre, und sprach zu den Englein 'ganz aufmachen will ich sie nicht, aber ich will sie aufschließen, damit wir ein wenig durch den Ritz sehen? 'Ach nein,' sagten die Englein, 'das wäre Sünde: die Jungfrau - Maria hats verboten, und es könnte leicht dein Unglück wer ­ den? Da schwieg es still, aber die Lust und Neugier in sei ­ nem Herzen schwieg nicht still, sondern nagte und pickte or ­ dentlich daran, und ließ ihm keine Ruhe. Und als die Eng ­ lein einmal hinausgegangen waren, dachte es 'nun bin ich ganz allein und könnte einmal hinein gucken, es weiß es ja niemand, wenn ich es thue? Es suchte den Schlüssel heraus, 9 und als es ihn in der Hand hielt, steckte es ihn auch in das Schloß, und als es ihn hineingesteckt hatte, drehte es auch um. Da sprang die Thüre auf, und es sah da die Dreieinig ­ keit im Feuer und Glanz sitzen und betrachtete alles mit Er ­ staunen, dann rührte es ein klein wenig mit dem Finger an den Glanz, da ward der Finger ganz golden. Da empfand es eine gewaltige Angst, schlug die Thür heftig zu und lief fort. Die Angst wollte auch nicht wieder weichen, es mochte anfangen, was es wollte, und das Herz klopfte in einem fort