22 Augen verschwunden: er legte sich nieder und schlief ruhig ein. Am andern Morgen kam der König und wollte sich er ­ kundigen. Wie ist dirs diesmal gegangen?' fragte er. 'Ich habe gekegelt,' antwortete er, 'und ein paar Heller verloren.' 'Hat dir denn nicht gegruselt?' 'Ei was,' sprach er, 'lustig hab ich mich gemacht. Wenn ich nur wüßte, was Gruseln wäre!' In der dritten Nacht setzte er sich wieder auf seine Bank und sprach ganz verdrießlich 'wenn es mir nur gruselte!' Als es spät ward, kamen sechs große Männer und brachten eine Totenlade herein getragen. Da sprach er 'ha, ha! das ist ge ­ wiß mein Vetterchen, das erst vor ein paar Tagen gestorben ist,' winkte mit dem Finger und rief 'komm, Vetterchen, komm!' Sie stellten den Sarg auf die Erde, er aber ging hinzu und nahm den Deckel ab: da lag ein toter Mann darin. Er fühlte ihm ans Gesicht, aber es war kalt wie Eis. 'Wart,' sprach er, 'ich will dich ein bißchen wärmen,' ging ans Feuer, wärmte seine Hand und legte sie ihm aufs Ge ­ sicht: aber der Tote blieb kalt. Nun nahm er ihn heraus, setzte sich ans Feuer, und legte ihn auf seinen Schoß, und rieb ihm die Arme, damit das Blut wieder in Bewegung kommen sollte. Als auch das nichts helfen wollte, fiel ihm ein 'wenn zwei zusammen im Bett liegen, so wärmen sie sich,' brachte ihn ins Bett, deckte ihn zu und legte sich neben ihn. Über ein Weilchen ward auch der Tote warm und fing an sich zu regen. Da sprach der Junge 'siehst du, Vetterchen, hätt ich dich nicht gewärmt!' Der Tote aber hub an und rief steht will ich dich erwürgen!' Was,' sagte er, 'ist das mein Dank? gleich sollst du wieder in deinen Sarg,' hub ihn auf,