25 4. Der Wolf und die sieben jungen Geißlein. Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge Geißlein, und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen, da rief sie alle sieben herbei und sprach 'liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf eurer Hut vor ­ dem Wolf: wenn er herein kommt, so frißt er euch alle mit Haut und Haar. Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauhen Stimme und an seinen schwarzen Füßen werdet ihr ihn erkennen.' Die Geißlein sagten 'liebe Mutter, wir wollen uns schon in Acht nehmen, ihr könnt ohne Sorge fortgehen.' Da meckerte die Alte und machte sich getrost auf den Weg. Es dauerte nicht lange, so klopfte jemand an die Haus ­ thür und rief 'macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da, und hat jedem von euch etwas mitgebracht.' Aber die Geißerchen hörten an der rauhen Stimme, daß es der Wolf war. Mir machen nicht auf,' riefen sie, 'du bist unsere Mutter nicht, die hat eine feine und liebliche Stimme, aber deine Stimme ist rauh: du bist der Wolf.' Da ging der Wolf fort zu einem Krämer und kaufte sich ein großes Stück Kreide: die aß er und machte damit seine Stimme fein. Dann kam er zurück, klopfte an die Hausthür und rief 'macht