30 große Gefahren geraten; davor sollst du ihn hüten.' Und als der treue Johannes nochmals dem alten König die Hand darauf gegeben hatte, ward dieser still, legte sein Haupt auf das Kissen und starb. Als der alte König nun zu Grabe getragen war, da er ­ zählte der treue Johannes dem jungen König, was er seinen: Vater auf dem Sterbelager versprochen hatte, und sagte 'das will ich gewißlich halten, und will dir treu sein, wie ich ihm gewesen bin, und sollte es mein Leben kosten.' Die Trauer ging vorüber, da sprach der treue Johannes zu ihm 'es ist nun Zeit, daß du dein Erbe siehst: ich will dir dein väter ­ liches Schloß zeigen.' Da führte er ihn überall herum, auf und ab, und ließ ihn alle die Reichtümer und prächtigen Kammern sehen: nur die eine Kammer öffnete er nicht, worin das gefährliche Bild stand. Das Bild war aber so gestellt, daß, wenn die Thür aufging, man gerade darauf sah, und war so herrlich gemacht, daß man meinte, es leibte und lebte, und es gäbe nichts Lieblicheres und Schöneres auf der ganzen Welt. Der junge König merkte aber wohl, daß der getreue Johannes immer an der Thüre vorüberging, und sprach 'warum schließest du mir diese niemals auf!' Es ist etwas darin,' antwortete er, 'vor dem du erschrickst.' Aber der König antwortete 'ich habe das ganze Schloß gesehen, so will ich auch wissen, was darin ist,' und ging und wollte die Thüre mit Gewalt öffnen. Da hielt ihn der treue Johannes zu ­ rück und sagte 'ich habe es deinem Vater vor seinem Tode versprochen, daß du nicht sehen sollst, was in der Kammer steht: es könnte dir und mir zu großem Unglück ausschlagen.' 'Ach,' antwortete der junge König, 'wenn ich nicht hinein