43 über den Bauer lachen, und da aller Zorn verschwunden war, sprach er 'weil du deinen Lohn schon verloren hast, bevor er dir zu Teil wird, so will ich dir einen Ersatz geben: geh in meine Schatzkammer und hol dir Geld, so viel du willst.' Der Bauer ließ sich das nicht zweimal sagen und füllte in seine weiten Taschen, was nur hinein wollte. Danach ging er ins Wirtshaus und überzählte sein Geld. Der Jude war ihm nachgeschlichen und hörte, wie er mit sich allein brummte 'nun hat mich der Spitzbube von König doch hinters Licht geführt! hätte er mir nicht selbst das Geld geben können, so wüßte ich, was ich hätte: wie kann ich nun wissen, ob das richtig ist, was ich so eingesteckt habe!' 'Gott bewahre,' sprach der Jude für sich, 'der spricht despektierlich von unserm Herrn, ich lauf und gebs an, da krieg ich eine Belohnung, und er wird obendrein noch bestraft.' Als der König von den Reden des Bauern hörte, geriet er in Zorn und hieß den Juden hingehen und den Sünder herbei holen. Der Jude lief zum Bauer, 'ihr sollt gleich zum Herrn König kommen, wie ihr geht und steht.' 'Ich weiß besser, was sich schickt,' antwortete der Bauer, 'erst laß ich mir einen neuen Rock machen; meinst du, ein Mann der so viel Geld in der Tasche hat, sollte in dem alten Lumpenrock hingehen?' Der Jude, als er sah, daß der Bauer ohne einen andern Rock nicht weg ­ zubringen war, und weil er fürchtete, wenn der Zorn des Königs verraucht wäre, so käme er um seine Belohnung und der Bauer um die Strafe, so sprach er 'ich will euch für die kurze Zeit einen schönen Rock leihen aus bloßer Freund ­ schaft; was thut der Mensch nicht dem andern zu Liebe!' Der Bauer ließ sich das gefallen, zog den Rock vom Juden