64 10. Die drei Mannlein im Walde. Es war ein Mann, dem starb seine Frau, und eine Frau, der starb ihr Mann: und der Mann hatte eine Toch ­ ter, und die Frau hatte auch eine Tochter. Die Mädchen waren mit einander bekannt und gingen zusammen spazieren und kamen hernach zu der Frau ins Haus. Da sprach sie zu des Mannes Tochter chör, sag deinem Vater, ich wollt ihn heiraten, dann sollst du jeden Morgen dich in Milch waschen und Wein trinken, meine Tochter aber soll sich im Wasser waschen und Wasser trinken? Das Mädchen ging nach Hans und erzählte seinem Vater, was die Frau gesagt hatte. Der Mann sprach ^was soll ich thun? das Heiraten ist eine Freude, und ist auch eine Qual? Endlich weil er keinen Entschluß fassen konnte, zog er seinen Stiefel aus und sagte ‘mntm diesen Stiefel, der hat an der Sohle ein Loch, geh damit auf den Boden, häng ihn an den großen Nagel und gieß dann Wasser hinein. Hält er das Wasser, so will ich wieder eine Frau nehmen, läufts aber durch, so will ich nicht? Das Mädchen that, wie ihm geheißen war: aber das Wasser zog das Loch zusammen, und der Stiefel ward voll bis obenhin. Es verkündigte seinem Vater, wie's ausgefallen war. Da flieg er selbst hinauf, und als er sah, daß es seine