165 25. Fundevogel. Es war einmal ein Förster, der ging m den Wald auf die Jagd, und wie er in den Wald kam, hörte er schreien, als obs ein kleines Kind wäre. Er ging dem Schreien nach und kam endlich zu einem hohen Baum und oben darauf saß ein kleines Kind. Es war aber die Mutter mit dem Kinde unter dem Baum eingeschlafen, und ein Raubvogel hatte das Kind in ihrem Schoße gesehen: da war er hinzu geflogen, hatte es mit dem Schnabel weggenommen und auf den hohen Baum gesetzt. Der Förster stieg hinauf, holte das Kind herunter und dachte ‘hx willst das Kind mit nach Haus nehmen und mit deinem Lenchen zusammen aufziehen? Er brachte es also heim, und die zwei Kinder wuchsen mit einander aus. Das aber, das auf dem Baum gefunden worden war, und weil es ein Vogel weggetragen hatte, ward Fundevogel ge ­ heißen. Fundevoge-l und Lenchen hatten sich so lieb, nein so lieb, daß wenn eins das andere nicht sah, war es traurig. Der Förster hatte aber eine alte Köchin, die nahm eines Abends zwei Eimer und fing an Wasser zu schleppen, und ging nicht einmal sondern Vielemal hinaus an den Brunnen. Lenchen sah es und sprach ‘hör einmal, alte Sanne, was trägst du denn so viel Wasser zu?' ‘Wenn du's keinem Men-