226 der liebe Gott aufgestanden war, aß er wieder mit ihnen und wollte dann seines Weges ziehen. Doch als er in der Thüre stand, kehrte er sich um und sprach 'weil ihr so mit ­ leidig und fromm seid, so wünscht euch dreierlei, das will ich erfüllen.' Da sagte der Arme 'was soll ich mir sonst wünschen als die ewige Seligkeit, und daß wir zwei, so lang wir leben, gesund dabei bleiben und täglich unser not ­ dürftiges Brot haben; fürs dritte weiß ich mir nichts zu wünschen.' Der liebe Gott sprach 'willst du dir nicht ein neues Haus für das alte wünschen?' Da sagte der Mann 'ja, wenn er das noch dazu erhalten könnte, wärs ihm wohl lieb.' Nun erfüllte der Herr ihre Wünsche und verwan ­ delte ihr altes Haus in ein neues, und als das geschehen war, verließ er sie und zog weiter. Es war schon voller Tag, da stand der Reiche auf und legte sich ins Fenster. Da sah er gegenüber ein schönes neues Haus mit roten Ziegeln und hellen Fenstern, wo sonst eine alte Hütte gestanden hatte. Er machte große Augen, rief seine Frau und sprach 'sieh einmal, wie ist das zugegangen? Gestern Abend stand noch die alte elende Hütte, und heute ists ein schönes neues Haus; lauf geschwind hin ­ über und höre, wie das gekommen ist.' Die Frau ging hin und fragte den Armen aus, der erzählte ihr 'gestern Abend kam ein Wanderer, der suchte Nachtherberge, und heute Morgen beim Abschied hat er uns drei Wünsche gewährt, die ewige Seligkeit, Gesundheit in diesem Leben und das notdürftige tägliche Brot, und noch dazu statt unserer alten Hütte ein schönes neues Haus.' Als die Frau des Reichen das gehört hatte, lief sie zurück und erzählte ihrem Manne