235 konnte keins davon erwischen; und so hüteten sie die Gänse bis es Abend ward. Abends aber, nachdem sie heim gekommen waren, ging Kürdchen vor den alten König und sagte 'mit dem Mädchen will ich nicht länger Gänse hüten.' 'Warum denn?' fragte der alte König. 'Ei, das ärgert mich den ganzen Tag.' Da befahl ihm der alte König zu erzählen, wie's ihm denn mit ihr ginge. Da sagte Kürdchen 'morgens, wenn wir unter dem finstern Thor mit der Herde durchkommen, so ist da ein Gauls ­ kopf an der Wand, zu dem redet sie 'Falada, da du hangest,' da antwortet der Kopf 'o du Königsjungfer, da du gangest, wenn das deine Mutter wüßte, das Herz thät ihr zerspringen.' Und so erzählte Kürdchen weiter, was auf der Gänsewiese geschähe, und wie es da dem Hut im Winde nachlaufen müßte. Der alte König befahl ihm den nächsten Tag wieder hin ­ aus zu treiben, und er selbst, wie es Morgen war, setzte sich hinter das finstere Thor und hörte da, wie sie mit dem Haupt des Falada sprach: und dann ging er ihr auch nach in das Feld und barg sich in einem Busch auf der Wiese. Da sah er nun bald mit seinen eigenen Augen, wie die Gänsemagd und der Gänsejunge die Herde getrieben brachten, und wie nach einer Weile sie sich setzte und ihre Haare losflocht, die strahl ­ ten von Glanz. Gleich sprach sie wieder 'weh, weh, Windchen, nimm Kürdchen sein Hütchen, und laß'n sich mit jagen,