251 müßt mir erst die zweihundert Thaler geben, sonst kann ich euch nicht gehen lassen? 'Richtigantwortete der Mann, 'ich habe nur vergessen meine Geldkatze umzuschnallen. Aber macht euch keine Sorge, ihr sollt Sicherheit haben, bis ich zahle: zwei Kühe nehme ich mit, die dritte lasse ich euch zurück, so habt ihr ein gutes Pfand? Der Frau leuchtete das ein, sie ließ den Mann mit seinen Kühen abziehen und dachte 'wie wird sich der Hans freuen, wenn er sieht, daß ich es so klug gemacht habe? Der Bauer kam am dritten Tag, wie er gesagt hatte, nach Haus und fragte gleich, ob die Kühe verkauft wären. 'Freilich, lieber Hans,' antwor ­ tete die Frau, 'und wie du gesagt hast, für zweihundert Thaler. So viel sind sie kaum wert, aber der Mann nahm sie ohne Widerrede? 'Wo ist das Geld?' sragte der Bauer. 'Das Geld das habe ich noch nicht,' antwortete sie, 'er hatte gerade seine Geldkatze daheim gelassen, wirds aber bald bringen; er hat mir ein gutes Pfand zurück ­ gelassen? 'Was für ein Pfand?' 'Eine von den drei Kü ­ hen, die kriegt er nicht eher, bis er die andern bezahlt hat. Ich habe es klug gemacht: ich habe die kleinste zurück behalten, die frißt am wenigsten? Der Bauer ward zornig, hob seinen Stock in die Höhe und wollte ihr den ver ­ heißenen Anstrich geben. Plößlich ließ er ihn sinken und sagte 'du bist die dümmste Gans, die auf Gottes Erdboden herum wackelt, aber du dauerst mich. Ich will auf die Land ­ straße hinaus gehen und drei Tage lang warten, ob ich jemand finde, der noch einfältiger ist, als du bist. Glückt mirs, so sollst du frei sein, finde ich ihn aber nicht, so sollst du deinen wohlverdienten Lohn ohne Abzug erhalten?