270 43. Vom Klugen Schneiderlern. Es war einmal eine Prinzessin gewaltig stolz: kam ein Freier, so gab sie ihm etwas zu raten auf, und wenn ers nicht erraten konnte, so ward er mit Spott fortgeschickt. Sie ließ auch bekannt machen, wer ihr Rätsel löste, sollte sich mit ihr vermählen, und möchte kommen, wer da wollte. Endlich fanden sich auch drei Schneider zusammen, davon meinten die zwei ältesten, sie hätten so manchen feinen Stich gethan und hättens getroffen, da könnts ihnen nicht fehlen, sie müßtens auch hier treffen: der dritte war ein klei ­ ner unnützer Springinsfeld, der nicht einmal sein Hand ­ werk verstand, aber meinte er müßte dabei Glück haben, denn woher sollts ihm sonst kommen. Da sprachen die zwei andern zu ihm 'bleib nur zu Haus, du wirst mit dei ­ nem bißchen Verstand auch nicht weit kommen.' Das Schneiderlein ließ sich aber nicht irre machen und sagte, es hätte einmal seinen Kopf darauf gesetzt und wollte sich schon helfen, und ging dahin, als wäre die ganze Welt sein. Da meldeten sich alle drei bei der Prinzessin und sagten, sie sollte ihnen ihr Rätsel vorlegen: es wären die rechten Leute angekommen, die hätten einen so feinen Verstand,