273 tanzen könnte, so oft ich Lust hätte. Was meinst du dazu? Willst du mir Unterricht darin geben?' Won Herzen gern,' sagte das Schneiderlein, ‘wenn du Geschick dazu hast. Aber weis einmal deine Tatzen her, die sind gewaltig lang, ich muß dir erst die Nägel ein wenig abschneiden.' Da ward ein Schraubstock herbei geholt und der Bär legte seine Tatzen darauf, das Schneiderlein aber schraubte sie fest und sprach ‘mm warte, bis ich mit der Schere komme,' ließ den Bär- brummen, so viel er wollte, legte sich in die Ecke auf ein Bund Stroh und schlief ein. Die Prinzessin, als sie am Abend den Bären so ge ­ waltig brummen hörte, glaubte nicht anders, als er brrunmte vor Freuden und hätte dem Schneider den Garaus gemacht. Am Morgen stand sie ganz unbesorgt und vergnügt auf, wie sie aber nach dem Stall guckt, so steht das Schneider ­ lein ganz munter davor und ist gesund wie ein Fisch im Wasser. Da konnte sie nun kein Wort mehr dagegen sagen, weil sies öffentlich versprochen hatte, und der König ließ einen Wagen kommen, darin mußte sie mit dem Schneider ­ lein zur Kirche fahren, und sollten sie da vermählt werden. Wie sie eingestiegen waren, gingen die beiden andern Schneider, die ein falsches Herz hatten und ihm sein Glück , nicht gönnten, in den Stall und schraubten den Bären los. Der Bär in voller Wut rannte hinter dem Wagen her. Die Prinzessin hörte ihn schnauben und brummen, es ward ihr angst, und sie rief ‘ach, der Bär ist hinter uns und will dich holen.' Das Schneiderlein war fix, stellte sich auf den Kopf, streckte die Beine zum Fenster hinaus und rief ‘siehst du den Schraubstock? wenn du nicht gehst, so sollst du wieder Grimm, Märchen. 18