285 was sonst kein Mensch kriegen und wobei dir niemand auf die Spur kommen kann.' Da ließ er sich überreden, ward bei dem Manne ein gelernter Dieb, und ward so geschickt, daß vor ihm nichts sicher war, was er einmal haben wollte. Der zweite Bruder begegnete einem Manne, der dieselbe Frage an ihn that, was er in der Welt lernen wollte. *Jch weiß es noch nicht' antwortete er. 'So geh mit mir und werde ein Sterngucker: nichts besser als das, es bleibt einem nichts verborgen.' Er ließ sich das gefallen und ward ein so geschickter Sterngucker, daß sein Meister, als er ausgelernt hatte und weiter ziehen wollte, ihm ein Fern ­ rohr gab und zu ihm sprach 'damit kannst du sehen, was auf Erden und am Himmel vorgeht, und kann dir nichts verborgen bleiben.' Den dritten Bruder nahm ein Jäger in die Lehre und gab ihm in allen, was zur Jägerei ge ­ hört, so guten Unterricht, daß er ein ausgelernter Jäger ward. Der Meister schenkte ihm beim Abschied eine Büchse und sprach 'die fehlt nicht, was du damit aufs Korn nimmst, das triffst du sicher.' Der jüngste Bruder begegnete gleich ­ falls einem Manne, der ihn anredete und nach seinem Vor ­ haben fragte. 'Hast du nicht Lust ein Schneider zu wer ­ den?' 'Daß ich nicht wüßte,' sprach der Junge, 'das Krumm ­ sitzen von morgens bis abends, das Hin- und Herfegen mit der Nadel und das Bügeleisen will mir nicht in den Sinn.' 'Ei was,' antwortete der Mann, 'du sprichst, wie I dus verstehst: bei mir lernst du eine ganz andere Schneider ­ kunst, dre ist anständig und ziemlich, zum Teil sehr ehren ­ voll.' Da ließ er sich überreden, ging mit und lernte die Kunst des Mannes aus dem Fundament. Beim Abschied