307 49. Von dem Tode des Hühnchens. Auf eine Zeit ging das Hühnchen mit dem Hähnchen in den Nußberg, und sie machten mit einander aus, wer einen Nußkern fände, sollte ihn mit dem andern teilen. Nun fand das Hühnchen eine große große Nuß, sagte aber nichts davon und wollte den Kern allein essen. Der Kern war aber so dick, daß es ihn nicht hinunter schlucken konnte, und er ihm im Hals stecken blieb, daß ihm angst wurde, es müßte ersticken. Da schrie das Hühnchen 'Hähnchen, ich bitt dich lauf was du kannst, und hol mir Wasser, sonst erstick ich? Das Hähnchen lief, was es konnte, zum Brun ­ nen und sprach 'Born, du sollst mir Wasser geben: das Hühnchen liegt auf dem Nußberg, hat einen großen Nuß ­ kern geschluckt und will ersticken? Der Brunnen antwor ­ tete 'lauf erst hin zur Braut und laß dir rote Seide geben? Das Hähnchen lief zur Braut 'Braut, du sollst mir rote Seide geben: rote Seide will ich dem Brunnen geben, der Brunnen soll mir Wasser geben, das Wasser will ich dem Hühnchen bringen, das liegt auf dem Nuß ­ berg, hat einen großen Kern geschluckt und will daran er ­ sticken? Die Braut antwortete 'lauf erst und hol mir mein Kränzlein, das blieb an einer Weide hängen? Da lief das 20 *